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Smaragd

Die lebhafte Leuchtkraft seiner Farbe macht den Smaragd zu einem einzigartigen Edelstein. Doch sind wirklich gute Qualitäten recht selten, denn oft stören Einschlüsse die Gleichmäßigkeit der Farbe - Zeichen der bewegten Entstehungsgeschichte, die diesen Edelstein kennzeichnet. Feine Einschlüsse mindern aber die Wertschätzung keineswegs. Im Gegenteil: Ein Smaragd in tiefem, lebhaftem Grün hat selbst mit Einschlüssen noch einen deutlich höheren Wert als ein fast lupenreiner Smaragd von blasserer Farbe. Liebevoll nennen Fachleute die zahlreichen, für diesen Edelstein typischen Kristalleinschlüsse, Risse oder Sprünge poetisch einen "Jardin". Die zarten grünen Pflänzchen im Smaragdgarten gelten ihnen als Identitätsmerkmale eines natürlich gewachsenen Smaragds.

Der Name Smaragd

kommt vom griechischen Wort „smaragdos" und bedeutet eigentlich nur „Grüner Edelstein". Unzählige Geschichten ranken sich um diesen Edelstein. Schon bei den Inkas und Azteken in Südamerikas, wo auch heute noch die hochwertigsten Smaragde gefunden werden, galt er als heiliger Stein. Die vermutlich ältesten Fundstellen liegen in der Nähe des Roten Meeres. Zwischen 3000 und 1500 vor Christus wurden sie von den ägyptischen Pharaonen ausgebeutet und später „Minen der Kleopatra" genannten. Die Minen waren bei ihrer Entdeckung allerdings erschöpft.

In den alten Schriften der Inder werden den kostbaren grünen Edelsteinen und heilsamen Kräfte nachgesagt. Man glaubte, dass Smaragde Glück bringen und das Wohlbefinden steigern. So ist es nicht verwunderlich, dass die Schatztruhen indischer Maharadschas phantastische Smaragde enthielten.

Die größten Smaragde

Einer der größten Smaragde ist der „Mogul Emerald" mit 217,80 Karat. Er wurde 1695 gefunden und ist ca. 10 cm hoch. Auf der einen Seite sind Gebetstexte graviert, auf der anderen Seite befinden sich Blumenornamente. Dieser sgenhafte Smaragd wurde 2001 von dem Auktionshaus Christie´s für über 2 Millionen US Dollar an einen unbekannten Käufer versteigert.

Einige berühmte Smaragde sind in Museen und Sammlungen zu sehen. Das New Yorker Museum of Natural History zeigt neben einer Tasse aus reinem Smaragd einen kolumbianischen Smaragd von 632 Karat. Die Sammlung der Bank von Bogota enthält fünf Smaragde zwischen 220 und 1796 Karat und auch im iranischen Staatsschatz werden phantastische Smaragde gehütet.

Das Smaragdgrün

ist eine Farbe, die Harmonie, Liebe zur Natur und Lebensfreude vermittelt. Schon Plinius bemerkte: "Grün erfreut das Auge, ohne es zu ermüden". Grün wird als frisch und lebendig, nie als eintönig empfunden. Da sich die Farbe zwischen Tageslicht und Kunstlicht etwas verändert, behält das Grün der Smaragde in allen Nuancen stets seine Lebhaftigkeit.

Die typischen Einschlüsse

Woher kommen die Einschlüsse und warum dürfen sie sein?

Smaragde sind ein Beryllium-Aluminium-Silikat mit einer Härte von 7,5 bis 8 und gehören wie der Aquamarin zur Edelsteingruppe der Berylle. Die Farben entstehen durch die Spurenelemente. Beim Smaragd ist es vornehmlich Chrom, der für die Farbe verantwortlich ist. Diese Elemente sind eigentlich an ganz anderen Stellen der Erde konzentriert als Beryllium und daher dürfte es den Smaragd eigentlich gar nicht geben. Doch während der Erdgeschichte sind die verschiedenen Elemente durch Verschiebungen der Erdkruste aufeinander getroffen und unter Druck und Hitze zu Smaragden kristallisiert.

Chrom ersetzt im Kristallgitter je ein Atom Aluminiumoxid, doch weil sie größere Atome als das Gitter haben, entstehen Spannungen und Risse im Kristall, deshalb ist der Smaragd so empfindlich.

Aufgrund der geologischen Entstehungsgeschichte kam es dabei zu manch kleinerer Störung. Ein Blick durch die Lupe in einen Smaragd verrät etwas über die Entstehungsgeschichte des Edelsteins: Es sind Risse zu erkennen, es funkelt ein winziges Kristall oder eine kleine Blase, es gibt die verschiedensten Formationen an Einschlüssen zu sehen. Manche dieser Erscheinungen hatten noch während der Wachstumsphase der Kristalle die Möglichkeit zu verwachsen und bildeten die für Smaragde typischen Einschlüsse: Hohlräume, die oft noch eine kleine Gasblase und winzige Kristalle enthalten.

Die bewegte Entstehungsgeschichte hat die Ausbildung größerer fehlerfreier Kristalle somit verhindert. Deshalb werden nur selten größere Smaragde mit einer guten Qualität zu Tage gebracht. Aber gerade weil der Smaragd eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat, darf man sie ihm auch ansehen - jedenfalls solange nur ein feiner "jardin" zu sehen ist und die Einschlüsse die Farbe und die Transparenz nicht vermindern.

Fundorte

Aus Kolumbien kommen die schönsten Smaragde.
Kolumbianische Smaragde unterscheiden sich von Smaragden anderer Fundorten durch ein besonders helles und klares, sehr schön strahlendes Smaragdgrün. Je nach Fundstelle kann die Farbe leicht variieren.
Smaragde in sehr guter Qualität werden auch in anderen Ländern wie Sambia, Brasilien und Simbabwe gefunden. Diese Länder genießen im internationalen Handel einen guten Namen für gute Smaragde. Aus Sambia kommen hervorragende Smaragdkristalle in dunklem, tiefen Smaragdgrün mit guter Transparenz. Das Grün ist meist dunkler als das der kolumbianischen Smaragde und hat oft einen leicht bläulichen Stich. Aus Simbabwe kommen meist kleinere Smaragde in intensivem Grün mit einem dezenten gelblichen Einstich.
Brasilien fördert ebenfalls Smaragde in schönen Grüntönen, die den Steinen aus dem Nachbarland Kolumbien ist in nichts nachstehen.

Schliff und Empfindlichkeit

Die Härte schützt den Smaragd zwar einigermaßen vor Kratzern, aber die Sprödigkeit und die vielen Risse können das Schleifen, Fassen und Reinigen problematisch machen. Das Schleifen von Smaragden ist selbst für erfahrene Edelsteinschleifer eine besondere Herausforderung. Die teuren Rohkristalle können wegen der häufigen Einschlüsse leicht zerstört oder beschädigt werden.

Deshalb wurde der Smaragdschliff entwickelt. Das klare Design der rechteckigen Schliffform mit abgeschrägten Ecken bringt die Schönheit des kostbaren Edelsteins optimal zur Geltung und schützt ihn vor mechanischer Belastung. Natürlich werden Smaragde heute auch in anderen Formen geschliffen. Wenn das Rohmaterial zu viele Einschlüssen aufweist, werden daraus Cabouchons oder Smaragd – Perlen geschliffen.

Smaragde werden gerne mit Ölen oder Harzen behandelt, was zwar leider nicht selten ist und die Edelsteine noch empfindlicher macht. Sie dürfen nicht im Ultraschallbad gereinigt werden, da hierbei die schützende Schicht aus Harz entfernt wird und das Öl aus den Hohlräumen herauskommt. Öl kann nach dem Schleifen verwendet werden, um eine optische Verschönerung zu erzielen, da es leicht in die Hohlkanäle eindringt. Die unsachgemäße Reinigung hätte dann zur Folge, dass der Stein nicht mehr so schön aussieht und matt wirkt.

Deshalb sollten Smaragdringe auch immer abgenommen werden, bevor man die Hände mit Seife wäscht.

Die Vertrauensfrage beim Kauf

Weil der Smaragd nicht nur besonders schön, sondern auch sehr wertvoll ist, gibt es viele Synthesen. Wie schützen Sie sich vor diesen "falschen" Smaragden? Am besten dadurch, dass Sie bei einem Fachmann Ihres Vertrauens kaufen.

Quelle: gemstone.org

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